Waist-to-Height-Ratio (WHtR): Taille geteilt durch Größe

Die WHtR ist eine einzige Division: Taillenumfang in Zentimetern geteilt durch Körpergröße in Zentimetern. Bis etwa 40 Jahre sollte das Ergebnis unter 0,5 liegen – ab 0,6 gilt das Risiko als deutlich erhöht. Sie brauchen dafür nur ein Maßband, keine Waage.

Die Formel und zwei Rechenbeispiele

Die Berechnung lautet: WHtR = Taillenumfang in cm ÷ Körpergröße in cm. Beide Werte müssen in derselben Einheit vorliegen, sonst stimmt das Ergebnis nicht. Das Resultat ist eine dimensionslose Zahl zwischen etwa 0,35 und 0,80, die üblicherweise auf zwei Nachkommastellen gerundet wird.

Beispiel 1: Eine Frau, 34 Jahre, 1,68 m groß, Taillenumfang 74 cm. Rechnung: 74 ÷ 168 = 0,44. Der Wert liegt deutlich unter dem Richtwert 0,5 – unauffällig, unabhängig davon, was die Waage anzeigt.

Beispiel 2: Eine Frau, 58 Jahre, 1,60 m, 68 kg, Taillenumfang 98 cm. WHtR: 98 ÷ 160 = 0,61. Ihr BMI beträgt 68 ÷ (1,60 × 1,60) = 26,6 und liegt damit nach den Altersrichtwerten für 55 bis 64 Jahre (23 bis 28) im grünen Bereich. Die WHtR zeigt ein anderes Bild: Mit 0,61 liegt sie über der Schwelle 0,6, und auch der absolute Taillenumfang von 98 cm überschreitet die Grenze von 88 cm für Frauen deutlich. Das Fett sitzt am Bauch – und genau das erfasst der BMI nicht.

BMI als Vergleichswert berechnen

Größe und Gewicht eingeben – der BMI wird sofort berechnet.

Grenzwerte: ab wann wird es kritisch?

Der bekannteste Merksatz lautet: Der Taillenumfang sollte weniger als die halbe Körpergröße betragen. Das entspricht einer WHtR unter 0,5 und gilt für Frauen wie für Männer, für alle Körpergrößen und ab dem Jugendalter. Mit steigendem Lebensalter wird der Grenzwert etwas großzügiger: Zwischen 40 und 50 Jahren steigt er schrittweise um etwa 0,01 pro Lebensjahr an, ab 50 Jahren wird häufig 0,6 als obere Grenze angesetzt. Ab 0,6 gilt das gesundheitliche Risiko in jedem Alter als deutlich erhöht.

WHtR-Grenzwerte nach Alter
Alterunauffälligerhöhtdeutlich erhöht
bis 40 Jahreunter 0,500,50–0,59ab 0,60
41–50 Jahreunter 0,51 bis 0,60 (je Lebensjahr +0,01)bis knapp unter 0,60ab 0,60
ab 50 Jahreunter 0,600,60–0,64ab 0,65

Tabelle: Welcher Taillenumfang passt zu welcher Größe?

Weil die WHtR nur eine Division ist, lässt sich die Grenze direkt in Zentimeter umrechnen: Taille = Körpergröße × 0,5 beziehungsweise × 0,6. Damit müssen Sie nicht rechnen, sondern nur nachschlagen.

Maximaler Taillenumfang für WHtR 0,5 und 0,6
KörpergrößeWHtR 0,5WHtR 0,6
1,55 m77,5 cm93,0 cm
1,60 m80,0 cm96,0 cm
1,65 m82,5 cm99,0 cm
1,70 m85,0 cm102,0 cm
1,75 m87,5 cm105,0 cm
1,80 m90,0 cm108,0 cm
1,85 m92,5 cm111,0 cm
1,90 m95,0 cm114,0 cm
1,95 m97,5 cm117,0 cm

WHtR und BMI im ehrlichen Vergleich

Beide Kennzahlen messen unterschiedliche Dinge, und beide haben blinde Flecken. Der BMI erfasst die Gesamtmasse im Verhältnis zur Größe – er sagt etwas über das Gesamtgewicht, aber nichts darüber, ob es Muskel oder Fett ist und wo es sitzt. Die WHtR erfasst die Fettverteilung: Sie reagiert auf viszerales Bauchfett, das für Stoffwechsel und Gefäße besonders relevant ist. Dafür weiß sie nichts über das Gesamtgewicht. Ein sehr schlanker Mensch mit 0,44 und ein kräftiger Mensch mit 0,44 sehen für die WHtR gleich aus.

Was welche Kennzahl leistet
KriteriumBMIWHtR
benötigte MesswerteGröße, GewichtGröße, Taillenumfang
Bauchfett erfasstneinja
Gesamtgewicht erfasstjanein
Muskelmasse verfälschtja, deutlichkaum
Grenzwert je Geschlechtgleichgleich
Messfehler-Anfälligkeitgeringmittel, je nach Messstelle
Untergewicht erkennbarjanein

Wann Sie welche Kennzahl nutzen sollten

Für Untergewicht, für die Verlaufskontrolle des Gesamtgewichts und für die Einordnung von Kindern über Perzentilen bleibt der BMI das Mittel der Wahl. Für die Einschätzung des Stoffwechselrisikos bei normalem oder leicht erhöhtem Gewicht ist die WHtR überlegen – gerade bei Menschen mit einem BMI zwischen 23 und 30, wo die Zahl allein wenig aussagt. Für sehr muskulöse Menschen, bei denen der BMI regelmäßig zu hoch ausfällt, ist die WHtR ebenfalls die bessere Wahl. Am belastbarsten ist die Kombination: BMI für die Masse, WHtR oder Taillenumfang für die Verteilung.

Wer ein noch genaueres Bild möchte, kann zusätzlich das Taille-Hüft-Verhältnis bestimmen oder den Körperfettanteil schätzen. Ältere Formeln wie der Broca-Index oder der Ponderal-Index beantworten dagegen andere Fragen und ersetzen die WHtR nicht. Welche Gewichtsbereiche zu Ihrer Größe gehören, zeigt die BMI-Tabelle, den Rechenweg des BMI die Seite zur BMI-Formel.

So messen Sie die Taille richtig

Messen Sie morgens, nüchtern, im Stehen und ohne Kleidung über der Messstelle. Die Taille wird in der Mitte zwischen dem unteren Rippenbogen und dem oberen Rand des Beckenkamms gemessen, bei den meisten Menschen also etwa auf Nabelhöhe. Das Band liegt waagerecht an, ohne einzuschneiden. Atmen Sie normal aus und halten Sie den Bauch nicht ein. Ein einzelner Zentimeter Abweichung verändert die WHtR bei 1,70 m um 0,006 – für die Einordnung unerheblich, für den Verlaufsvergleich aber wichtig, weshalb Sie immer an derselben Stelle messen sollten.

Häufige Fragen

Wie berechne ich die Waist-to-Height-Ratio?

Teilen Sie den Taillenumfang in Zentimetern durch die Körpergröße in Zentimetern. Bei 82 cm Taille und 172 cm Größe ergibt das 82 geteilt durch 172, also 0,48.

Welcher WHtR-Wert ist normal?

Bis etwa 40 Jahre gilt ein Wert unter 0,5 als unauffällig. Danach steigt der Grenzwert leicht an, ab 50 Jahren wird 0,6 angesetzt. Ab 0,6 gilt das Risiko als deutlich erhöht.

Ist die WHtR besser als der BMI?

Für die Einschätzung von Bauchfett ja, weil sie die Fettverteilung berücksichtigt. Für Untergewicht und für das Gesamtgewicht ist der BMI aussagekräftiger. Am besten nutzen Sie beide Werte zusammen.

Gelten für Frauen und Männer unterschiedliche WHtR-Grenzwerte?

Nein. Anders als beim absoluten Taillenumfang, wo 80 und 88 cm für Frauen sowie 94 und 102 cm für Männer gelten, ist der WHtR-Grenzwert für beide Geschlechter gleich.

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