Untergewicht: Ab wann, Ursachen und gesund zunehmen
Untergewicht wird oft unterschätzt. Ein BMI unter 18,5 kann harmlos sein – oder ein Hinweis auf Mangelernährung, Erkrankung oder gestörtes Essverhalten. Diese Seite hilft bei der Einordnung.
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Ab welchem BMI spricht man von Untergewicht?
| BMI | Einstufung (WHO) |
|---|---|
| 17,0 – 18,4 | Leichtes Untergewicht |
| 16,0 – 16,9 | Mäßiges Untergewicht |
| unter 16,0 | Starkes Untergewicht |
Bei Kindern und Jugendlichen gilt ein BMI unter der 10. Perzentile als Untergewicht (siehe BMI Rechner Kinder). Bei über 65-Jährigen werten Geriater bereits einen BMI unter 22 als Warnzeichen, weil Untergewicht im Alter mit Muskelabbau und höherer Sterblichkeit verbunden ist.
Mögliche Ursachen
Viele Menschen sind konstitutionell schlank: hoher Grundumsatz, schlanke Familie, seit jeher niedriger BMI bei guter Leistungsfähigkeit und normalen Blutwerten. Das ist kein Krankheitswert. Abklärungsbedürftig ist Untergewicht dagegen, wenn es neu auftritt oder mit Beschwerden einhergeht. Mögliche Ursachen sind Schilddrüsenüberfunktion, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, Zöliakie, Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Typ-1-Diabetes, Infektionen, Tumorerkrankungen, Depressionen, Essstörungen (Anorexie, Bulimie) sowie Medikamentennebenwirkungen.
Gesundheitliche Folgen
Bei anhaltendem Untergewicht fehlen Energie und Nährstoffe: Die Immunabwehr schwächt sich ab, Wunden heilen langsamer, Haare und Nägel werden brüchig, Frauen verlieren häufig ihre Periode, das Osteoporoserisiko steigt, Konzentration und Leistungsfähigkeit sinken. Im Alter führt Untergewicht zu Muskelabbau (Sarkopenie), Stürzen und längeren Krankenhausaufenthalten. Bei Kindern kann Untergewicht die Entwicklung verzögern.
Wann zum Arzt?
Suchen Sie ärztlichen Rat, wenn Sie ungewollt mehr als 5 % Ihres Gewichts in sechs Monaten verloren haben, der BMI unter 17 liegt, oder Symptome wie Müdigkeit, Durchfall, Bauchschmerzen, Zyklusstörungen, Herzrasen oder Stimmungsveränderungen hinzukommen. Wenn Essen mit Angst, Kontrolle oder Schuld verbunden ist, ist das ein Grund für ein Gespräch – mit dem Hausarzt, einer Beratungsstelle oder dem Hilfetelefon der BZgA (0221 89 20 31).
Gesund zunehmen
Ziel ist Aufbau von Muskel- und Fettmasse, nicht Zucker und Fast Food. Bewährt haben sich: fünf bis sechs kleinere Mahlzeiten statt drei großer; energiedichte, aber gesunde Lebensmittel wie Nüsse, Nussmus, Avocado, Haferflocken, Olivenöl, Vollmilchprodukte, Hülsenfrüchte, Bananen; Getränke mit Kalorien (Milch, Smoothies, Säfte) statt Wasser zu den Mahlzeiten; Krafttraining zwei- bis dreimal pro Woche, damit die Kalorien in Muskeln landen; Eiweiß 1,2–1,6 g pro kg Körpergewicht. Ein Überschuss von 300–500 kcal täglich führt zu etwa 1–2 kg Zunahme pro Monat. Welches Zielgewicht sinnvoll ist, zeigt die Seite Idealgewicht.
Häufige Fragen
Ab welchem BMI ist man untergewichtig?
Bei Erwachsenen ab einem BMI unter 18,5. Unter 17 spricht man von mäßigem, unter 16 von starkem Untergewicht.
Ist Untergewicht immer ungesund?
Nein. Wer seit jeher schlank, leistungsfähig und mit normalen Blutwerten ist, braucht meist keine Behandlung. Neu auftretendes Untergewicht oder Untergewicht mit Beschwerden sollte abgeklärt werden.
Wie nehme ich gesund zu?
Mit mehreren energiedichten Mahlzeiten, ausreichend Eiweiß, kalorienhaltigen Getränken und Krafttraining. Ein Plus von 300–500 kcal pro Tag ist ein realistischer Rahmen.
Welcher BMI gilt im Alter als zu niedrig?
Ab 65 Jahren werten viele Ärztinnen einen BMI unter 22 als Risiko – deutlich über der WHO-Grenze von 18,5.