BMI bei Jugendlichen mit 13 Jahren
Mit 13 wird der BMI weiterhin über Perzentilen bewertet und nicht über die WHO-Klassen für Erwachsene – diese gelten erst ab 18. Der mittlere BMI (P50) liegt in diesem Alter bei rund 18,8 für Jungen und 19,0 für Mädchen.
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Orientierungstabelle: BMI-Perzentilen mit 13 Jahren
Die Zahlen sind gerundete Richtwerte nach Kromeyer-Hauschild (KiGGS-Datenbasis) und gelten für das Jahr zwischen dem 13. und 14. Geburtstag. Sie dienen der Orientierung; verbindlich ist die Perzentilkurve, die der Kinder- und Jugendarzt in Größe und Gewicht Ihres Kindes einträgt. Dieselben Referenzwerte liegen dem BMI-Rechner für Kinder zugrunde; die Erwachsenengrenzen ab 18 stehen in der BMI-Tabelle.
| Perzentil | Jungen (13 J.) | Mädchen (13 J.) | Bedeutung |
|---|---|---|---|
| P3 | 15,0 | 15,3 | Darunter starkes Untergewicht |
| P10 | 16,1 | 16,5 | Untere Normalgrenze |
| P50 | 18,8 | 19,0 | Mittelwert der Altersgruppe |
| P90 | 22,7 | 23,1 | Obere Normalgrenze |
| P97 | 25,6 | 25,9 | Darüber Adipositas |
Gegenüber dem Vorjahr sind alle Grenzen um etwa 0,5 bis 0,7 Punkte nach oben gerutscht. Das ist normal: Mit zunehmender Reife steigt der Anteil an Muskel- und Fettmasse pro Körpergröße. Ein Jugendlicher, dessen BMI von 12 auf 13 um einen halben Punkt zunimmt, bleibt damit auf derselben Perzentile. Zum Vergleich lohnt der Blick auf die Werte für 12-jährige Kinder.
Einordnung nach Perzentilbereich
| Perzentilbereich | Einordnung | BMI mit 13 (Junge / Mädchen) |
|---|---|---|
| unter P3 | starkes Untergewicht | unter 15,0 / 15,3 |
| P3 – P10 | Untergewicht | 15,0–16,1 / 15,3–16,5 |
| P10 – P90 | Normalgewicht | 16,1–22,7 / 16,5–23,1 |
| P90 – P97 | Übergewicht | 22,7–25,6 / 23,1–25,9 |
| über P97 | Adipositas | über 25,6 / über 25,9 |
Beispielrechnung für ein 13-jähriges Kind
Nele ist 13, misst 1,58 m und wiegt 46 kg. Die Rechnung lautet 46 ÷ (1,58 × 1,58) = 46 ÷ 2,4964 = 18,4. Sie liegt damit zwischen P10 (16,5) und P50 (19,0), also im unteren Normalbereich – völlig unauffällig. Nach den WHO-Erwachsenenklassen wäre derselbe Wert „knapp normal“, was zufällig passt, bei kleineren oder jüngeren Jugendlichen aber schnell in die Irre führt.
Zweites Beispiel: Ben, 13 Jahre, 1,60 m, 60 kg. Rechnung: 60 ÷ 2,56 = 23,4. Dieser Wert liegt über P90 (22,7) und unter P97 (25,6) – Einordnung: Übergewicht. Das ist kein Alarmsignal, aber ein klarer Anlass, Bewegung und Getränke in den Blick zu nehmen: Ein Liter Limonade oder Saft täglich entspricht über ein Schuljahr hinweg mehreren Kilogramm. Sinnvoller als eine Diät ist bei einem 13-Jährigen, das Gewicht zu halten, während er weitere 10 bis 15 cm wächst – der BMI sinkt dann von allein. Mehr dazu auf der Seite zu Übergewicht und seinen Folgen.
Entwicklung mit 13: zwei Geschwindigkeiten in einer Klasse
Kaum ein Jahrgang ist körperlich so uneinheitlich wie der der 13-Jährigen. Mädchen sind im Schnitt rund zwei Jahre weiter: Viele haben mit 13 die erste Regelblutung, der Wachstumsschub ist teilweise schon abgeschlossen, und der Körper baut hormonbedingt Fettmasse auf – ein normaler und notwendiger Vorgang, kein Übergewicht. Jungen beginnen dagegen oft erst jetzt mit dem Wachstumsschub; bei ihnen dominiert der Aufbau von Muskelmasse, die Schultern werden breiter, die Stimme tiefer.
Für den BMI bedeutet das zweierlei. Erstens: Zwei gleich große 13-Jährige mit gleichem Gewicht können völlig unterschiedliche Körperzusammensetzungen haben – ein muskulöser Handballspieler und ein bewegungsarmer Gleichaltriger landen beim selben BMI-Wert. Zweitens: In einer Phase mit 8 bis 10 cm Wachstum pro Jahr kann der BMI vorübergehend fallen, obwohl das Gewicht steigt. Ein einzelner Messwert ist deshalb nur ein Punkt; erst drei bis vier Messungen über zwei Jahre ergeben eine Linie. Wie sich die Grenzen im nächsten Jahr verschieben, zeigt die Seite zum BMI mit 14 Jahren.
Körperbild, Vergleiche und Diäten
Mit 13 vergleichen sich Jugendliche intensiv – und meist mit den falschen Vorbildern. Mädchen erleben den natürlichen Fettaufbau oft als Kontrollverlust, Jungen empfinden Schmalheit als Makel und geraten an Trainings- und Supplement-Inhalte. Beides führt zu riskanten Mustern: Mahlzeiten auslassen, „clean eating“ mit immer engeren Regeln, oder umgekehrt Eiweißpulver in Mengen, die kein Jugendlicher braucht. Sprechen Sie über Regelmäßigkeit statt über Kilos: drei Mahlzeiten, Frühstück auch an Schultagen, Wasser als Standardgetränk, mindestens eine Stunde Bewegung am Tag, ausreichend Schlaf. Wenn Ihr Kind auffällig oft über Figur oder Gewicht spricht, Essen versteckt oder nach dem Essen verschwindet, holen Sie sich Rat – das anonyme Beratungstelefon der BZgA zu Essstörungen erreichen Sie unter 0221 89 20 31. Was ein dauerhaft zu niedriges Gewicht im Körper anrichtet, lesen Sie unter Untergewicht.
Wann zum Kinder- und Jugendarzt
Vereinbaren Sie einen Termin, wenn der BMI unter P3 oder über P97 liegt, wenn die Perzentilkurve innerhalb eines Jahres zwei Hauptperzentilen überspringt (etwa von P50 auf P90), wenn das Essverhalten sich auffällig verändert oder wenn die Pubertät mit 13 noch überhaupt nicht begonnen hat. Die J1-Untersuchung ist für 12- bis 14-Jährige vorgesehen und der ideale Rahmen dafür: Dort werden Wachstum, Gewicht, Pubertätsstadium und Blutdruck erfasst, und Jugendliche dürfen auf Wunsch auch allein mit dem Arzt sprechen. Eine altersgerechte Einordnung für die gesamte Pubertät finden Sie im BMI-Rechner für Jugendliche.
Häufige Fragen
Welcher BMI ist mit 13 Jahren normal?
Normalgewicht bedeutet ein BMI zwischen P10 und P90: bei Jungen rund 16,1 bis 22,7, bei Mädchen rund 16,5 bis 23,1. Der Mittelwert liegt bei etwa 18,8 beziehungsweise 19,0.
Nimmt man mit der ersten Regelblutung zu?
Rund um die Menarche legen Mädchen physiologisch Fettmasse zu, meist einige Kilogramm über ein bis zwei Jahre. Der BMI steigt dabei entlang der eigenen Perzentilkurve, ohne dass sich die Einordnung ändert.
Mein Sohn ist 13 und deutlich kleiner als seine Freunde – ist das schlimm?
Meist nicht. Jungen starten im Schnitt rund zwei Jahre später in die Pubertät als Mädchen, der Wachstumsschub kommt oft erst mit 13 bis 15 Jahren. Wichtig ist, dass die Größenkurve nicht abfällt.
Ab wann gelten bei Jugendlichen die WHO-Werte?
Erst ab dem 18. Geburtstag. Bis dahin wird ausschließlich über Perzentilen bewertet, weil sich Körperzusammensetzung und Größe in der Pubertät stark verändern.